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Montag, 20. Oktober 2014

Wohnungsnot bei werdenden Eltern in Oberbayern

Am: 20.10.14
Um: 15:00 Uhr

Schon seit einiger Zeit beklagen die staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen die Wohnungssituation in Oberbayern und deren Auswirkungen, speziell für Schwangere, Alleinerziehende und Familien mit Kindern in Oberbayern. Die in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen der freien Wohlfahrtspflege haben deshalb erstmals eine Presseerklärung verfasst:

Wohnungsnot bei werdenden Eltern in Oberbayern


Die Landesarbeitsgemeinschaft der staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen in freier Trägerschaft fordert dringend Abhilfe zum Schutz des ungeborenen Lebens.


Die Beraterinnen und Berater der Schwangerschaftsberatungsstellen in Oberbayern haben auf ihrem letzten Treffen Alarm geschlagen:

Fast täglich werden sie mit dem Thema Wohnungsnot konfrontiert und können nicht mehr helfen. Immer häufiger erwägen Frauen aus diesem Grund sogar den Abbruch einer ungeplanten Schwangerschaft, so die Landesarbeitsgemeinschaft. Besonders in den Ballungsräumen wie Ingolstadt und München aber auch in anderen Landkreisen und Kommunen wenden sich immer mehr Alleinerziehende, Paare und Familien verzweifelt an die Beratungsstellen und bitten um Unterstützung bei der Wohnungssuche, wenn ein Kind erwartet wird.

Die Schwangerschaftsberatungsstellen beklagen schon seit einigen Jahren, dass sie ihren gesetzlichen Auftrag nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz, sich für den Schutz des ungeborenen Lebens einzusetzen und u.a. eine schwangere Frau bei der Suche nach einer Unterkunft zu unterstützen, zunehmend nicht mehr erfüllen können.

Einrichtungen wie Mutter-Kind-Häuser oder Frauenhäuser sind überfüllt, vielfach auch weil die Wohnungsnot das Ausziehen von Bewohnerinnen, die schon längst keine Betreuung mehr benötigen, verhindert. Auch anerkannte Asylbewerberinnen verbleiben teilweise über Monate und Jahre in den Gemeinschaftsunterkünften oder teuren Pensionen, einfach weil sie keine Wohnung finden. Familien mit mehreren Kindern müssen in beengten Wohnungen (nicht selten in 1- Zimmer Appartements) leben, für Durchschnittsverdiener sind größere unbezahlbar geworden. Arbeitslosengeld II-Bezieherinnen haben bei den vorgegebenen Mietobergrenzen nur geringe Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt. Einflussmöglichkeiten auf eine bevorzugte Wohnungsvergabe im sozialen Wohnungsbau haben die Beratungsstellen schon seit einigen Jahren nicht mehr. Spezielle Anlaufstellen für Schwangere in Wohnungsnot bei den Wohnungsämtern gibt es ebenfalls nicht mehr.

Zum Schutz des ungeborenen Lebens seien alle aufgerufen, Staat wie Zivilgesellschaft, so die Landesarbeitsgemeinschaft. So gelte es nicht nur, den Bau von ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum für Familien auf kommunaler und staatlicher Ebene weiter voranzutreiben. Auch Wohnungsbesitzer müssten an ihre soziale Verantwortung erinnert werden. Auf kommunaler Ebene gehe es um die Entwicklung eines verbesserten Vergabeverfahrens für in Wohnungsnot geratene schwangere Frauen.

 

 

Die Arbeitsgemeinschaft der staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen der freien Wohlfahrtpflege in Bayern umfasst insgesamt 54 Beratungsstellen (mit jährlich mehr als 38.000 Beratungen), davon allein 19 in Oberbayern. Träger der Beratungsstellen in Oberbayern sind: Diakonisches Werk Fürstenfeldbruck, DONUM VITAE, Evangelisches Beratungszentrum München, Frauen beraten München, Frauen beraten Ingolstadt, pro familia Ortsverbände München und Ingolstadt und der Zweckverband Ismaning.