Meldung

Ausstellung „LebenskunstLeben“ beim Katholikentag in Würzburg

Mehrdimensionale Fotoinstallation zeigt Menschen mit ihren individuellen Fragen im Schwangerschaftskonflikt

© www.keskin-arts.com
Ausstellung „LebenskunstLeben“ (© www.keskin-arts.com)

Geburt und Tod gehören zu den Themen, die jeden Menschen angehen. Manchmal liegt kein ganzes Leben zwischen diesen Ereignissen. Manchmal geht der Tod der Geburt voraus. Mit der mehrdimensionalen Fotoinstallation „LebenskunstLeben“ gibt donum vitae e.V. im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg einen außergewöhnlichen Einblick in mehr als 25 Jahre Begleitung und Unterstützung von Ratsuchenden im Schwangerschaftskonflikt. 24 lebensgroße Schwarz-Weiß-Fotos vermitteln einen realistischen Eindruck von Menschen, die sich mit ihren existenziellen Nöten und Fragen an die Beratungsfachkräfte von donum vitae gewandt haben. Die Ausstellung ist vor einigen Jahren auf Initiative des donum vitae-Regionalverbands HD/MA/Rhein-Neckar e.V. entstanden. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Ausstellung nun auch den Gästen des Katholikentags präsentieren können und sind gespannt auf die Eindrücke der Besucherinnen und Besucher sowie die Gespräche über die künstlerische Umsetzung der Beratungsarbeit in Fotografie“, erklärt Dr. Olaf Tyllack, der Bundesvorsitzende von donum vitae.

Das besondere Konzept der Installationen
Fünf Jahre lang hat die Vorbereitung gedauert, bis Konzept, Finanzierung, Interviews, Bildaufnahmen und die Produktion fertiggestellt waren. Um die verschiedenen Möglichkeiten von Entscheidungen und Bewertungen aufzuzeigen, haben sich die Heidelberger Foto-Künstlerin Gülay Keskin und Dr. Donate Taufenbach, die Vorsitzende von donum vitae im Regionalverband Heidelberg/Mannheim/Rhein-Neckar, für ein besonderes Konzept entschieden: Jede Installation besteht aus zwei zusammengehörenden realistischen Fotos im Großformat. Der Besucher muss durch das vordere, transparente Bild schauen, um das in einigem Abstand positionierte hintere Foto sehen zu können. Je nach Standort des Betrachters ändert sich die Beziehung zwischen den auf den Fotos abgebildeten Personen und Dingen, ergänzen sich die Bilder oder bleiben getrennt. Finale Veränderungen oder Assoziationen werden bewusst nur angedeutet. Die Beratungsarbeit von donum vitae und Themen, die schwer in Worte zu fassen sind, werden in eine emotionale Bildsprache übersetzt. Entstanden ist eine einzigartige Installation, die überrascht, beeindruckt, informiert und zum Nachdenken anregt. „Die Ausstellung soll einen behutsamen Zugang zu einem wichtigen Thema geben, das eigentlich jeden betrifft, und Raum für die Auseinandersetzung damit bieten“, erklärt Dr. Donate Taufenbach, die Initiatorin der Ausstellung, die seit 2023 auch Mitglied im Bundesvorstand von donum vitae ist. „Gleichzeitig möchten wir als bundesweit tätige Organisation auf die gesellschaftspolitische Relevanz der Beratungsarbeit hinweisen.“

Künstlerische Annäherung an das Thema „Konfliktschwangerschaft“
Sämtliche Fotos basieren auf mehrstündigen Gesprächen der Künstlerin Gülay Keskin mit den darauf abgebildeten Personen über ihre individuelle Geschichte. Die Gespräche wurden auf Tonband aufgenommen und sind als Textauszüge Teil der Installation. Jedes dargestellte Schicksal ist unterschiedlich und sehr persönlich. Gleichzeitig geht es immer um sehr hohe Belastungen, lebenswichtige Entscheidungen unter Zeitdruck und um Beziehungen: Zwischen der Schwangeren, dem Mann, dem ungeborenen Kind, dem persönlichen Umfeld, der Gesellschaft – und auch zu denen, die helfen und beraten. Universallösungen für Entscheidungsprozesse und deren Ausgang gibt es dabei nicht. „Die Installation sollte dem Zustand nahekommen, in dem sich die Frauen befanden“, erläutert Gülay Keskin. „Ich habe die Geschichte einer jeden Frau in zwei Bildern erzählt, die die Betrachter in Bezug zueinander setzen müssen. Indem sie dabei gefordert sind, sich perspektivisch zu bewegen, sollen sie die Situation der Betroffenen nachempfinden können.“

Seit der Vernissage im April 2017 ist „LebenskunstLeben“ als Wanderausstellung bereits an verschiedenen Orten in Deutschland zu sehen und zu erleben gewesen.

LebenskunstLeben
Congress Centrum, Eingangsebene, Quadrat, Kranenkai

Öffnungszeiten der Ausstellung:
14. Mai, 11:30 bis 18:30 Uhr; 15. Mai, 10:30 bis 18:30 Uhr; 16. Mai, 10:30 bis 18:30 Uhr

Besondere Hinweise:
Am Donnerstag findet um 11:30 Uhr statt. Freitag und Samstag finden um 11:30 Uhr und um 15:00 Uhr Führungen durch die Ausstellung statt.

Weitere Informationen
Informationen zu den Beratungsangeboten von donum vitae:
https://schwangerschaftsberatung.donumvitae.org/ 
Informationen über die Arbeit der Künstlerin Gülay Keskin: https://www.keskin-arts.com/  
Informationen zu donum vitae: https://donumvitae.org/service/presse 

donum vitae e.V.
donum vitae bietet als einer der größten Träger bundesweit an 200 Orten Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung an. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes setzen wir uns für den Schutz des ungeborenen Lebens und für die Würde von Frau, Mann und Kind ein. In Politik und Gesellschaft engagieren wir uns für ein kindgerechtes und familienfreundliches Umfeld.

donum vitae berät, informiert und begleitet in allen Fragen rund um Schwangerschaft und im Schwangerschaftskonflikt. Darüber hinaus bieten wir psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik oder bei unerfülltem Kinderwunsch sowie Veranstaltungen zur sexuellen Bildung und sexualpädagogischen Prävention an und vermitteln konkrete Hilfe und Unterstützung. Die Beratung von donum vitae ist kostenlos und vertraulich, auf Wunsch auch anonym. Sie steht allen Ratsuchenden offen – unabhängig von Nationalität, Konfession und sexueller Orientierung.

Die 345 Beraterinnen und Berater von donum vitae werden von mehr als 1.000 ehrenamtlich Engagierten in 13 Bundesländern unterstützt. Der Verein wurde 1999 gegründet und ist gemeinnützig. Die staatlich anerkannten Beratungsstellen von donum vitae sind berechtigt, einen Beratungsnachweis gemäß § 219 StGB auszustellen.

Der donum vitae Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.